17
Jun
2017
17:34 PM

Die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt

aesthetiknews

Wozu dient die "professionelle Zahnreinigung"?

Eine gründliche, regelmäßige Reinigung der Zähne und des Zahnfleisches ist entscheidend für die Mundgesundheit und stellt zahnmedizinisch gesehen die wichtigste Vorsorgemaßnahme dar. Die "Hauptarbeit" liegt dabei beim Patienten in der täglichen Mundhygiene. Doch trotz noch so gründlicher Reinigung setzen sich mit der Zeit auf den Zähnen und in den Zahnfleischtaschen Beläge an, welche mit den normalen häuslichen Methoden nicht mehr zu beseitigen sind: Dabei unterscheidet man harte Auflagerungen (Konkremente, Verfärbungen, Zahnstein) von weichen Belägen (Plaque). Bis auf die Verfärbungen bieten die Auflagerungen auf Grund ihres Vorkommens in der Mundhöhle (ca. 36° C warm, feucht und reichlich mit Nährstoffen versehen) einen idealen Nährboden für Bakterien und haben damit eine Schlüsselbedeutung bei der Entstehung der Volkskrankheiten Karies und Parodontose.

Die verbraucherfreundliche ´Stiftung Warentest´ sagt in ihrem "Ratgeber Zähne" zur professionellen Prophylaxe u.a.: "manchmal ist es gut, sich Profis anzuvertrauen. Das gilt auch für die Mundhygiene. Wer wirklich Wert auf intakte Zähne und gesundes Zahnfleisch legt, kommt um professionelle Mundhygiene nicht herum." Und abschließend heißt es: "Das Geld ist sehr gut angelegt".

Zahnreinigung mit Bürste

Die Vorarbeit: Entfernung des Zahnsteins

Warum die Zahnstein-Entfernung immens wichtig für die gesamte Mundgesundheit ist, wird in diesem Text klar.

Der Volksmund bezeichnet jede Art von Belägen auf der Zahnoberfläche mit Zahnstein. Wissenschaftlich wird noch z.T. (heute nicht mehr korrekt!) supragingivaler (oberhalb des Zahnfleisches zur Zahnkrone hin =sichtbar) von subgingivalem Zahnstein (auf der Zahnwurzel befindlich, in der Zahnfleischtasche, =nicht sichtbar) unterschieden. Die moderne Nomenklatur bezeichnet den nicht sichtbaren Zahnstein dagegen als Konkremente. Biologisch gesehen bestehen beide Formen aus verkalkter Plaque (=Zahnbelag, welcher nicht durch sorgfältiges Putzen von der Zahnoberfläche entfernt wurde). Hauptablagerungsstellen des Zahnsteins sind dort, wo die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen münden, dies sind die Hinterflächen der unteren Schneidezähne und die Wangenflächen der oberen großen Backenzähne. Das "Ammenmärchen", der Befall mit Zahnstein sei von der Qualität des Trinkwassers abhängig, ist durch nichts bewiesen. Die harten Beläge müssen regelmäßig (individuell sehr verschieden, i.d.R. aber zweimal im Jahr) entfernt werden, da sie einmal ein sehr guter Nährboden für Bakterien (besonders die Konkremente in den Zahnfleisch- taschen!), zum anderen häufig kosmetisch störend sind. Die Entfernung erfolgt i.d.R. durch einen Zahnarzt oder eine dafür fortgebildete Mitarbeiterin (ZMF, Dental-Hygenist).

Die Entfernung der verkalkten Plaque erfolgt heute fast ausschließlich mit Ultraschallinstrumenten unter Kühlung mit einem Wasserspray, welche die Beläge in Schwingungen versetzen und "abplatzen" lassen. Der Vorteil gegenüber Handinstrumenten (s.u.) liegt vor allen Dingen in einer geringeren Belastung des Behandlers und in einer besseren Zugänglichkeit der Wurzelaufteilungen (==> Bifurkation).

Andere Methoden arbeiten mit Handinstrumenten (Scalern, Schabern und feinen Küretten), besonders dann, wenn sich die Konkremente in tiefen Zahnfleischtaschen befinden. Ein Nachteil der Ultraschallreinigung ist nämlich die beträchtliche Hitzeentwicklung und ein Anschlagen der Ultraschallinstrumente an die Zahnoberfläche, welche sich in der Tiefe durch Wasserkühlung nicht befriedigend kompensieren lässt (==> Vector-Methode). Bei bestimmten Risikopatienten ist eine antibiotische Abschirmung (Endokarditisprophylaxe) erforderlich.

Nach der Belagsentfernung wird die Zahnkronen bzw. -wurzeloberfläche mit Polierinstrumenten und Polierpasten oder auch Pulverstrahlgeräten sorgfältig geglättet, um nicht künstlich neue Kristallisationspunkte für Ablagerungen zu schaffen. Den Polierpasten wird meist noch ein Fluoridpräparat zur Härtung der Zahnoberfläche beigemischt. Wenn Sie mehr Informationen brauchen, dann schauen Sie doch ab und ab bei uns vorbei. Dort finden Sie mehr News zu diesem Thema Gesundheit.

Die Feinarbeit: Hochglanz für die Zähne

Erfahren Sie hier, welche effektiven Hilfsmittel nur ihr Zahnarzt einsetzen kann und wovor Sie sich unbedingt hüten sollten.

Weiche, weißliche Zahnbeläge - meist aus Materia alba und/oder Plaque bestehend - sollten bei regelmäßigem Zähneputzen eigentlich gar nicht vorhanden sein. Eine mechanische Reinigung (Zahnbürste, Zahnseide, Interdentalbürste) kann diese aus Essensresten und abgestorbenen Mundhöhlenzellen entstandenen relativ jungen Verunreinigungen auch zu Hause gut beseitigen, notfalls unter Zuhilfenahme von Färbetabletten zur Kontrolle des Reinigungseffekts. Ihr Zahnarzt beseitigt diese Beläge im Prinzip anlässlich einer Untersuchung oder vor der eigentlichen Behandlung auf folgende Arten: Mit sog. Pulverstrahlsystemen ("Air-Flow-Geräten"), bei welchen einem unter Druck stehenden Luft-Wasser-Gemisch (Spray) ein auf die Zahnhärte abgestimmtes Salz (Natriumcarbonat, NaHCO3) in Pulverform beigemischt ist, welches von der Härte her den Zahnschmelz nicht angreift, die Beläge und Verfärbungen aber auch an sonst unzugänglichen Nischen u. Winkeln restlos entfernt. Vorsicht ist bei dieser Methode an frei liegenden Zahnhälsen geboten, da der nicht so widerstandsfähige Wurzelzement und das Dentin bei längerem "Bestrahlen" angegriffen werden können. Mit Reinigungspasten und speziellen drehenden Polierinstrumenten.

Mit fein belegten Sandpapierscheiben oder Streifen für sonst nicht zugängliche Zahnzwischenräume.

Gewarnt werden muss in diesem Zusammenhang ausdrücklich vor "Reinigungsverfahren für den Hausgebrauch" (z.B. Raucherzahncremes, ´strahlend weiße Zähne über Nacht´ usw.), die häufig auch noch teuer bezahlt werden müssen. Verletzungen am Zahnfleisch und Abschleifen von gesundem Zahnschmelz sind bei laienhafter Anwendung zu beobachten. Zusätzlich dient auch die professionelle Zahnreinigung in einer Zahnarztpraxis einer Früherkennung von Zahnkrankheiten, welche unter häuslichen Bedingungen unmöglich ist.